Zwischen Gut und Böse

Zwischen Gut und Böse

Die Zeit war beendet. Obwohl man immer ging wie ein Auserwählter. Wie der einzige Beobachter dessen, was sich zutrug. Links das Gute, rechts das Böse. Man selbst in der Mitte. Fähig zu entscheiden. Wenn es nötig war, scherte man aus nach links, scherte man aus nach rechts. Immer Oberhand habend über alles. Alles ablehnend, wenn man mochte, jeden Schmerz, auch jede Freude. Alles annehmend, wenn man es wollte, jede Freude jeden Schmerz.

Doch die Pfeile sehen wir nicht. Wissen oft nicht, dass sie kommen, obwohl wir einige selbst auf uns gezielt haben, mehr als jeder andere.

Und dann, wenn man es bemerkt, merkt, dass man nie auserwählt gewesen ist, sondern kam und ging wie alle. Wie alle das Geschehen beobachtete. Nicht wusste, wo gut und böse ist und, wenn man das Angedeutete ahnte, schwankte ohne Willen, nach links, ohne Zutun nach rechts. Immer Unterlegen unter allem. Begierig alles annahm, jeden Schmerz, jede Freude. Dazu gezwungen war. Zu jede Freude, jedem Schmerz.

Selbst dann, wenn wir die Pfeile sehen und merken, dass wir sie selbst auf uns geschossen haben, mehr als auf alles andere. Selbst wenn wir sie schon spüren, sind wir zu stolz unser Blut zu geben. Auch im letzten Moment stehen wir da, als wären wir gewählt gewesen. Können uns nicht fallen lassen, halten bemüht zurück und bluten in den Himmel.


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