N26 Girokonto Test: Das sind meine Erfahrungen mit dem gratis App-Girokonto

N26 Girokonto Test: Das sind meine Erfahrungen mit dem gratis App-Girokonto

Noch eine Revolution im Bankgewerbe: Banking by Design gibt’s jetzt beim Berliner Fintech „N26“ Bank. Im Juli 2016 hat das Start-Up eine Vollbank-Lizenz bekommen. Wenn Du gerade ein neues Girokonto suchst, das sich Deinem Lebensstil am besten anpasst, führt angeblich kaum ein Weg daran vorbei. Denn hier gibt’s das angeblich „modernste Girokonto Europas“ für lau. Ich bin bei so lautem Marketing-Getöne eines noch ziemlich jungen Startups ja erstmal gesund skeptisch – zu viel Revolutionen im Finanzbereich habe ich seit 2006 schon verfolgt, vieles ist einfach verpufft. Warum die N26 Bank aber schon jetzt einen Versuch wert ist, erfährst Du hier im N26 Girokonto Test.

Irgendwann mal waren ja große Direktbanken wie 1822Direktbank oder die ING-DiBa der Schreck der Etablierten. Jetzt will „N26“ – anfangs hieß man noch „Number26“ – zeigen, wie Banking heute gehen kann und was alles möglich ist. Konsequent setzt das StartUp deshalb auf das „Konto als App“. Alles ist optimiert fürs Smartphone, Tablet und sogar die Smartwatch! Möglichst einfache Bedienbarkeit gehört zum Versprechen mit dazu, bei gleichzeitig höchstem Komfort. Dazu zählt auch: Du kannst das Konto direkt online eröffnen. Ohne Papierkram. In 8 Minuten. Kein lästiger PostIdent wie sonst noch meistens üblich.
Das Konzept kommt so gut an, dass es sich inzwischen schon andere abgeschaut haben: o2 hat inzwischen ebenfalls ein Konto für das Smartphone.

Sicher oder nicht – das ist hier die Frage

Vielleicht bist Du jetzt schon vom N26 Konto überzeugt – ich selber habe mir die Sicherheit des Kontos noch genauer angeschaut, bevor ich es mir zumindest als Nebenkonto zugelegt habe. Auch hier sollte man schon genauer hinschauen: Instinktiv traue ich in diesem Bereich – Börsen- und Finanzkrisen hin oder her – dann doch eher den großen Banken und nicht einem recht neuen Startup, das an mein Geld will. N26 ist es natürlich auch wichtig, in diesem Bereich zu punkten: Man setzt auf ein mehrstufiges Sicherheitskonzept, arbeitet zudem mit der Wirecard AG zusammen (die Firma kennst Du vielleicht von Apple Pay).

Anscheinend gibt es mit dem neuen iOS Probleme. Ich selbst habe das nicht erlebt, aber der Kundenservice antwortet in der Regel extrem schnell.

Um auf das Konto zugreifen zu können, brauchst Du natürlich erstmal Dein Smartphone, das Du sicher mit einer PIN oder Fingerabdruck geschützt hast. Um auf die App zugreifen zu können, wird eine Benutzer-/Passwortkombination benötigt. Und noch eins oben drauf: Ein Software überwacht die Kontobewegungen und informiert Dich sofort, wenn etwas verdächtig ist.

Alles dreht sich um die App

Dreh- und Angelpunkt ist natürlich: Die N26 Banking App. Die sieht fresh aus und lässt sich gut bedienen. Durchaus besser als ApplePay nach meiner Erfahrung. Manche Funktionen wie die sekundengenaue Anzeige der Kontobewegungen gibt’s zwar bei anderen Banken auch schon, aber bei N26 sieht tatsächlich alles eine Spur nicer aus. Gleichzeitig bleibt es aber übersichtlich und gut zu bedienen, was mich erstmal positiv überrascht hat.

Design ist natürlich nicht alles – gerade bei Geldangelegenheiten müssen vor allem die Konditionen und die Sicherheit stimmen. Eine Selbstverständlichkeit vorweg (es sei denn man heißt Postbank, Sparkasse oder einer der sonstigen Banken, die die Zeichen der Zeit nicht richtig verstanden haben): Eine Kontoführungsgebühr gibt’s bei N26 nicht. Es ist auch egal, wieviel Geld im Monat aufs Konto fließt – das Girokonto ist grundsätzlich gebührenfrei.

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Anstatt vieler Karten bei sich zu tragen, ermöglicht N26 deine Finanzen zentral zu managen.

Andere Leistungen kosten auch nicht extra: Neben den natürlich auch nicht extra berechneten Leistungen der App (Statistiken, Alerts und so weiter zur Analyse) bekommst Du zum Girokonto eine ebenfalls gebührenfreie MasterCard N26 Kreditkarte dazu. Mit der Karte kannst Du bezahlen und an über 1 Mio. Geldautomaten weltweit gebührenfrei Geld abheben. Außerdem hat N26 eine Kooperation mit mehr als 6.000 Einzelhandelspartner geschlossen, bei denen Du ebenfalls gebührenfrei an Bargeld kommst. Und nicht nur das: Sogar Geld einzahlen kannst Du bei den Partnern.

Die Ersatzkarten kommen schnell an.

Ein Haken: Aufpassen am Geldautomaten beim N26 Girokonto

Tolle Konditionen also auf den ersten Blick – aber natürlich habe ich auch genauer hingeschaut. Und dabei prompt einen Haken gefunden: Es gibt bei N26 ein paar lästige Limits. So ist die Auszahlung an Geldautomaten in Deutschland – je nach Kontomodell – auf drei bis fünf Vorgänge beschränkt. Anscheinend hatte N26 in der Vergangenheit mit ein paar Nutzern zu tun, die einfach zu oft Geld abgehoben haben (N26 muss für jede Auszahlung an die ausführende Bank blechen).

Jetzt auf eine niedrige Anzahl an Auszahlungen pro Monat zu beschränken und darüber hinaus 2 Euro pro Vorgang abzukassieren, ist aber schon happig. Da hilft es auch nichts, wenn man vorab per SMS informiert wird. ING-DiBa, DKB und die anderen haben so eine Einschränkung nicht (dafür aber teilweise Probleme bei Auszahlungen mit der VISA-Karte; ich habe andernorts darüber berichtet).

Auch beim Einzahlen gibt es ein etwas kleinliches Limit: Nur 100 Euro pro Monat kann man bei den Partnern pro Monat einzahlen. Viel zu wenig, finde ich. Wenn auch ein super Feature an sich.      

N26 Girokonto bietet noch etwas mehr

So viel zu den Standards. Toll sind die weiteren Funktionen, die Du mit N26 bekommst: Geld kannst Du einfach über MoneyBeam an Freunde und Bekannte senden; Währungsüberweisungen sind mit TransferWise möglich. Wenn Du mal etwas Geld übrig hast, kannst Du einfach mit N26 investieren (die Funktion habe ich aber noch nicht selber getestet – aber bald gibt es sowieso mehr zum Thema „Geldanlage“ hier bei wyme). Auch einen Dispo gibt es, mit passablem Zinssatz. Alles, was man so braucht also. Und mehr als die meisten anderen Banken in ihren Apps anbieten.

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Das Managementteam von N26

Leider schienen mir die Informationen zur Einlagensicherung von N26 anfangs nicht ganz klar. Das heißt: die Frage nach Entschädigung bei einer möglichen Pleite der Bank. Die meisten deutschen Banken sind an einem Sicherungsfond beteiligt, außerdem gibt es eine europäische Einlagensicherung für Einlagen bis 100.000 Euro. In den FAQ der N26 Bank heißt es noch, dass die Einlagen durch die Wirecard AG geschützt sind. Die Info dürfte aber veraltet sein, weil N26 ja inzwischen eine eigene Banklizenz hat. Etwas undurchsichtig also. Aber ein guter Anlass, mal den Kundenservice zu testen.

Gesagt, getan. Der Kundenservice antwortet prompt. Nach gerade mal 40 Minuten habe ich die freundliche und informative Antwort im Mailfach. Ein großes Plus. Hier die Antwort von N26:

“Derzeit werden alle Konten noch bei unserem Partner der Wirecard Bank geführt. Die Geldeinlagen in deinem N26 Konto werden von der Wirecard Bank AG gehalten, die eine deutsche Banklizenz besitzt, und somit durch die deutsche Einlagensicherung geschützt sind.
Die N26 Bank GmbH hat im Juli 2016 von der Europäischen Zentralbank die offizielle Banklizenz erhalten, die uns mit allen vorgeschriebenen Sicherheitsstandards und Kompetenzen ausstattet. Selbstverständlich gilt auch hier der gesetzlich vorgeschriebene Schutz über 100.000 EUR im Falle von wirtschaftlichen Schwierigkeiten.”

Dein Geld ist dort also ebenso gut abgesichert wie bei einem anderen Konto. Definitiv ein großes Plus. Das fand auch dieser User von N26 bei Twitter:

Mein Fazit: Gut als Zweitkonto!

Die N26 Girokonto App läuft und läuft, sieht gut aus und macht Spaß. Tatsächlich ist es ein ganz neues Gefühl mit N26 Geld zu managen. Als Nebenkonto halte ich das Konto von N26 für empfehlenswert – ein vollwertiger Girokonto-Ersatz ist es aber vielleicht noch nicht. Insbesondere die Einschränkungen beim Abheben und das Fehlen einer EC-Karte sind klare Nachteile. Da es aber nichts kostet, schadet es nicht, sich die App schnell online zu holen. N26 hat offenbar noch viel vor – es bleibt spannend, was aus dem Unternehmen wird. Ich bin jedenfalls dabei und schau mir die nächste Revolution aus der Nähe an.

Die Alternative zum mobilen Girokonto von N26: o2 Banking

N26 ist inzwischen nicht mehr der einzige Anbieter vom Konto fürs Smartphone. Mit o2 Banking ist jetzt auch der Mobilfunkkonzern Telefónica in das Geschäft eingestiegen und bietet ein bedingungslos kostenloses mobiles Girokonto an, das sich sehen lassen kann. Das Besondere hier: Als Dankeschön für die Kontoeröffnung und Kartenumsatz erhalten o2 Kunden zusätzliches Datenvolumen für ihren Tarif – das auch weiterverschenkt werden kann.


Die kostenlose Kreditkarte zum “App-Konto” von o2

Dazu gibt es eine gratis Mastercard zum weltweiten Bezahlen und Bargeldabheben. Das Konto könnt ihr hier für lau in ein paar Minuten eröffnen.

N26 Bank Alternativen im übersichtlichen Vergleichsrechner


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