Mehr Freiheit – Der Weg in die finanzielle Selbstverantwortung

Mehr Freiheit – Der Weg in die finanzielle Selbstverantwortung

Teil 1: Depoteröffnung

Herkömmliche Sparbücher oder Tagesgeldkonten werfen kaum noch eine Rendite ab. Es ist Zeit, die Geldanlage selber zu managen. Ein kostenloses Wertpapierdepot ist der erste Schritt zu mehr Freiheit und höherer Rendite bei überschaubarem Risiko. Wir zeigen in unserer neuen Serie die ersten Schritte an die Börse.

Lange Zeit war es bequem überschüssiges Geld einfach auf dem Tagesgeldkonto liegen zu lassen. Bei 5-6% Zinsen p.a. konnte man ohne Risiko bequem mitansehen, wie das Vermögen wuchs und wuchs.

Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Magere 0,25% bei einigen Direktbanken sind derzeit schon viel Zins auf Tagesgeldeinlagen, die Sparkassen bieten fast nur noch den Nullzins.

Es ist Zeit, die Geldanlage selber in die Hand zu nehmen.

Andernfalls wird dein Vermögen immer weniger werden – dafür sorgt schon die Inflation, die Geldentwertung, die zuletzt wieder massiv angezogen hat.

Warum ist das so?

Ein simples Beispiel: du hast 10.000€ auf einem Sparbuch mit 0% Zinsen. Bei 2% Inflation, also Preisteuerung, verlierst du pro Jahr 2% deiner realen Kaufkraft. Auf dem Konto siehst du das nominal, also in Zahlen, nicht. Aber an der Kasse merkt man es schon wenn das Geld weniger wert ist.

Man nennt das kalte Enteignung und man sollte es sich eigentlich nicht gefallen lassen. Man hat dann also real pro Jahr 200€ weniger Kaufkraft.

Meine Börsenerfahrungen: Dazugelernt!

Mich selber hat es vor einigen Jahren auch an die Börse gezogen. Angefangen als Zocker, als Glücksritter habe ich manche positiven und negativen Erfahrungen mit der Wertpapieranlage gemacht.

Schnell reich werden an der Börse – darum soll es hier nicht gehen. Ich will dir in dieser wyme-Serie zeigen, wie du ohne großes Risiko dein Vermögen erhalten und sogar vermehren kannst.

Du wirst sehen: Wenn man konsequent ist, seine Emotionen kontrolliert, keine übertriebenen Rendite-Vorstellungen mitbringt, geht das einfacher als gedacht. Und Spaß macht die selbst verantwortete Geldanlage und die damit gewonnene finanzielle Freiheit außerdem.

Von unterwegs aus oder von zuhause die eigenen Finanzen verwalten

Tipps für die richtige Broker-Wahl

Der erste Schritt weg vom Tagesgeld hin zu einer klugen Geldanlage ist die Wahl des richtigen Online-Brokers. Der Broker stellt die Plattform zur Verfügung, mit der du an der Börse handeln kannst. Alles geht natürlich bequem über den Internetbrowser, bei Bedarf auch unterwegs per App.

In meinen nun mehr als 10-jährigen Erfahrungen mit Wertpapierhandel habe ich einige Broker ausprobiert. Nicht immer habe ich gute Erfahrungen gemacht: Manchmal waren die Gebühren zu hoch, manchmal war die Handelsplattform gerade in Zeiten erhöhter Umsätze an der Börse nicht erreichbar, dann wieder gab es keinen guten Service oder eine unübersichtliche Handelssoftware.

Ich empfehle, bei der Wahl des Brokers vor allem darauf zu achten:

  • Sicherheit und Zuverlässigkeit: Ruhig vor der Wahl des Brokers nach Erfahrungen anderer Nutzer googeln. Besonders wichtig: Ist der Broker gut im Internet erreichbar, auch, wenn gerade besonders viel an der Börse gehandelt wird? Wie sieht es mit der Einlagensicherung auf dem Verrechnungskonto aus (Fonds, Aktien, ETF sind als Sondervermögen nicht von einer möglichen Pleite des Brokers betroffen)?
  • Angebot und Service: Schau dir genau an, welche Handelsplätze verfügbar sind und welche Produkte gehandelt werden können! Hier lohnt sich langfristiges Denken: So ein Wertpapierdepot wechselt man nicht alle Tage. Deshalb auch schon mal daran denken, ob du in Zukunft vielleicht auch mit CFDs oder spekulativeren Produkten handeln möchtest oder ausländische Aktien auch an Auslandsbörsen handeln möchtest.
  • Gebühren und Konditionen: Ein besonders heikler Punkt – du kommt nicht drum herum, genau die Konditionen des Brokers zu studieren. Manchmal verbergen sich im Kleingedruckten Kostenfallen. Zwei Beispiele: Das Wertpapierdepot des Sbroker ist nicht bedingungslos gebührenfrei, sondern nur bei einem Depotbestand von mind. 10.000 Euro zum Quartalsende oder mindestens einem Trade pro Quartal wirklich kostenlos. Oder der Discountbroker Flatex: Super günstig beim Handel, aber eine ärgerliche Kostenfalle ist die bei jeder Auszahlung von Dividenden ausländischer Aktien anfallende Gebühr.
  • Angebot an Sparplänen und Reduzierungen bei Ausgabenaufschlägen: Kontinuierlicher Vermögensaufbau gelingt am besten mit Sparplänen auf ETFs oder Fonds. ETFs sind besonders kostengünstig und liegen derzeit voll im Trend: Sie bilden einen Index nach, z.B. den DAX mit den größten deutschen Unternehmen, oder den Dow Jones mit den größten Unternehmen in den USA.

    Da nur wenige Fonds ihren Index schlagen, kann es sich lohnen, direkt in den Index via ETF zu investieren. Besonders langfristig wird sich die erhebliche Ersparnis bei den Kosten bemerkbar machen. Alle Broker bieten inzwischen Sparpläne auf ETFs oder Fonds an – nur die Gebühren sind unterschiedlich hoch.

    Überprüfe vorher genau, wer hier besonders günstig ist! Mein Favorit ist zur Zeit Flatex, der die ETFs des Marktführers iShares gebührenfrei im Sparplan anbietet und auch bei anderen Sparplänen nur sehr geringe Gebühren ansetzt.

Nachdem du deine Entscheidung für einen Broker getroffen hast, ist die Eröffnung schnell erledigt.

Meistens ist nicht einmal mehr ein PostIdent in der Postfiliale nötig, sondern du kannst dich direkt online per Video-Ident registrieren.

Das Depot wird dann innerhalb weniger Tage eröffnet und du kannst sofort mit dem Handeln beginnen. Wie man am besten beginnt, ohne sich großem Risiko auszusetzen – das beschreibe ich dann im zweiten Teil von „Mehr Freiheit“.

Zuerst möchte ich dir aber gerne noch meine Favoriten bei den Online-Brokern vorstellen.

So viel vorweg: Der Sparkassen-Broker Sbroker ist NICHT der Top-Favorit. Nach meinen Erfahrungen ist dieser Broker zwar sicher und zuverlässig und bietet einen großen Funktionsumfang, aber die Konditionen des Sbrokers passen einfach insgesamt nicht. Die Gebühren beim Sbroker sind viel zu hoch, das ist jedenfalls meine Meinung.

Die besten Broker nach meinen Erfahrungen: Comdirect, ING-DiBa, Flatex

Meine drei Favoriten heißen dagegen: Comdirect, ING-DiBa und Flatex. Selber habe ich ein Depot bei allen dreien und meine Wertpapierbestände aufgeteilt. Für die ersten Erfahrungen an der Börse ist mein Top-Favorit: ING-DiBa.


1. ING-DiBa: Stark für Fond- und ETF-Anleger
Die größte deutsche Direktbank ING-DiBa bietet ein kostenloses Wertpapierdepot an.

Das Depot ist grundsätzlich gebührenfrei.

ING-DiBa lohnt sich aus meiner Sicht besonders für alle, die ihr Geld vor allem in Fonds und ETFs anlegen wollen. Denn: Anteile an sehr vielen ETFs und Fonds, insgesamt mehr als 5.000! – können bei ING-DiBa komplett kostenlos im Direkthandel gekauft werden – ab einem Betrag von 500 Euro fallen keine Gebühren an. Das ist ein starkes Angebot, das kein anderer Broker derzeit toppen will! Schade nur, dass diese Aktion nur für den Kauf, nicht für den Verkauf von Anteilen gilt. Für Langzeitanleger ist das aber ein super Angebot.

Auch sonst ist ING-DiBa fürs Erstdepot eine gute Wahl.

Die Benutzeroberfläche ist sehr übersichtlich, der Kundenservice meinen Erfahrungen nach hervorragend. Nur im Handel mit Einzelaktien ist ING-DiBa recht teuer: Mindestens 9,90 Euro Gebühr fallen hier pro Trade an. Eine Ausnahme bieten Zertifikate und Optionsscheine einzelner Emittenten – die gibt es beim Kauf ab 1.000 Euro im Rahmen einer dauerhaften Aktion generell gebührenfrei.

Sehr attraktiv sind regelmäßig auch die Neukundenaktionen der ING-DiBa, die offenbar besonderes Interesse hat, ihre Kundenzahl akut zu steigern. Derzeit gibt es bei Eröffnung des kostenlosen Wertpapierdepots einen Bonus in Höhe von 75 Euro und reduzierte Orderkosten in Höhe von 4,50 Euro für sechs Euro. Wer viel auf die Auszeichnungen der Fachpresse hält, kann sein ING-DiBa Wertpapierdepot auch mit dem guten Gefühl eröffnen, hier beim langjährigen Broker mit der Auszeichnung „Bester Onlinebroker“ gelandet zu sein.


2. Comdirect: Direktbank-Tochter der Commerzbank – Meine zweite Empfehlung bei der Brokerwahl.

Wer nicht nur auf die Gebühren achtet, sondern das Rundumpaket im Blick hat, sollte sich das Angebot von Comdirect genau anschauen.

Attraktiv sind hier z.B. die Toppreis-ETF, die es für 3,90 Euro flat über XETRA zu handeln gibt. Zahlreiche ETFs können außerdem gebührenfrei bespart werden.

Wer schon ein kostenloses Girokonto bei der Comdirect hat, kann es sehr einfach und bequem um das gebührenfreie Comdirect-Depot ergänzen.

3. Flatex: „Kostenloses“ Wertpapierdepot mit Strafzins

Bei Flatex bin ich seit 2007 und insgesamt zufrieden.

Die Depotführung ist hier grundsätzlich kostenfrei, das ist schon mal ein Plus z.B. gegenüber dem Sbroker. Seit einem Relaunch der Benutzeroberfläche in 2016 ist der Broker insgesamt sehr übersichtlich.

Man findet sich schnell zurecht und es macht Spaß hier aktiv zu sein.


Online-Broker Preisvergleich bei Flatex. Der noch günstigere Discount-Broker degiro fehlt allerdings

Wer regelmäßig etwas von seinem Gehalt oder Lohn entbehren kann und einen Sparplan besparen möchte, findet bei Flatex wie schon gesagt ein besonders attraktives Angebot. Einige Emittenten wie iShares können komplett kostenlos bespart werden – andere Fonds und ETFs kosten immer noch günstige 0,90 Euro pro Sparrate.

Ein besonderer Vorteil des Brokers sind die bislang guten Konditionen für den Handel an inländischen und ausländischen Börsen. Besonders attraktiv ist die Flatrate für den Handeln bei außerbörslichen Direkthandelspartnern (dazu demnächst mehr): Hier kostet der Handel nur 5,90 Euro pro Trade. Aber auch an den inländischen Börsen ist Flatex insgesamt sehr günstig und wird regelmäßig für seine günstigen Konditionen von der Fachpresse ausgezeichnet.

Zwei Nachteile kosten Flatex aber doch den Spitzenplatz in meiner Bewertung.

Da ist einmal eine ärgerliche pauschale Gebühr bei Auszahlung von Dividenden ausländischer Aktien. Noch ärgerlicher ist aber eine zum 15.03.2017 in Kraft tretende Änderung: Flatex macht sich nun einen Namen als erste Bank, die einen Strafzins erhebt. Das ist natürlich ganz schlechte PR und klingt wie ein vorgezogener Aprilscherz, ist es aber leider nicht: Flatex erhebt für alle Kundeneinlagen auf dem Verrechnungskonto eine Gebühr von 0,4% p.a. als Reaktion auf die Niedrigzinspolitik der EZB. Sehr ärgerlich! ING-DiBa und Comdirect haben solche Pläne bisher offenbar nicht.

Wenn der sehr ärgerliche Strafzins und die Gebühr für ausländische Dividendenerträge nicht wäre … Flatex wäre mein Lieblingsbroker. So nicht! Strafzinsen müssen bestraft werden.

Wer es genau wissen will, kann mit diesem Tool auch einen Wertpapierdepot-Vergleich durchführen:


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