Geldanlage I: Weltsparen und Savedo im Vergleich

Geldanlage I: Weltsparen und Savedo im Vergleich

Was machst du mit deinem Geld, wenn du etwas übrig hast? Beim normalen Sparbuch gibt es zu wenig Zinsen. Etwas besser läuft die Geldvermehrung schon mit Tagesgeld oder Festgeld. Wenn man die richtigen Anbieter kennt, gibt es hier ein paar Prozent pro Jahr auf die Einlage. Savedo und Weltsparen behaupten, besonders gute Zinsen zu vergeben. Aber beide Anbieter können nicht wirklich überzeugen. Glücklich wird man damit nicht. Ob es zumindest für den Einstieg aber reicht und es hier eine sichere Möglichkeit zum Geldparken gibt, erfährst Du hier im 1. Erfahrungsbericht unserer Serie zur Geldanlage.

Etwas Geld auf der hohen Kante zu haben, ist nie verkehrt: Am besten hat man zwei oder drei monatliche Einkommen sicher auf einem Tagesgeldkonto (oder unter’m Kopfkissen) liegen. Dann hast du auch Kapital, wenn mal eine außerplanmäßige Anschaffung ansteht: Waschmaschine kaputt, Fahrrad geklaut oder Autoschaden.

Weniger gut ist es, wenn man das Geld einfach so auf dem Girokonto liegen lässt: Zinsen gibt es da im Normalfall keine. Sprich: Das Geld sinkt sogar im Wert, wenn man an die Inflation denkt. Auch bei Sparbüchern und deutschen Tagesgeld-Konten sieht es zur Zeit mau aus – im Schnitt sind da gerade mal 0,25% zu holen. Noch viel schlechter sieht es bei Sparbüchern aus. Ein schwacher Trost: Sicher angelegt und sofort verfügbar.

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Das Team von Weltsparen

Eine Alternative zur klassischen Geldanlage ohne Zockerei wollen die zwei Plattformen Savedo und Weltsparen sein. Beide habe ich schon länger im Blick und selber getestet. Meine Bewertung der Zinsportale fällt gemischt aus. Auch wenn gerade Weltsparen extrem erfolgreich ist – gerade feiert das Fintech den Meilenstein 1,7 Milliarden Euro vermittelte Investments bei inzwischen mehr als 50.000 Anlegern und ziert die Internetseite mit dem Slogan: „Mit Sicherheit die besten Zinsen!“ – sollte man sich auch hier genau die Konditionen anschauen. Und dann selber bestimmen, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt.

Aber zunächst die Konditionen. Worum geht es überhaupt?

Das wichtigste vorweg: Weltsparen und Savedo sind keine Banken. Die Plattformen vermitteln nur für andere europäische Banken Anlagegelder von deutschen Sparern. Damit verdienen die beiden Anbieter auch ihr Geld – für jeden vermittelten Kunden gibt es Provision von den Partnerbanken. Vorne mit dabei sind zur Zeit v.a. Banken aus Italien, Bulgarien und Polen, die gerne Gelder aus Deutschland einsammeln.

Der Nutzen für deutsche Sparer liegt auf der Hand: Mittels der Zinsportale kann er recht komfortabel bei vielen europäischen Banken Geld parken und Zinsen kassieren, muss aber nicht bei jeder Bank ein eigenes Konto eröffnen. Und nicht ständig zwischen den Anbietern hin und herspringen („Zinshopping“). Ein Anlagekonto bei Weltsparen oder Savedo reicht (das gibt’s kostenlos), dazu braucht es nur noch ein Referenzkonto für den Zahlungsverkehr (z.B. ein normales Girokonto etwa von N26).

Hast du Geld übrig, zahlst du es einfach bei Weltsparen oder Savedo ein und suchst dir eine der Banken aus, mit denen die Zinsportale gerade kooperieren. Das Geld wird dann dort angelegt, die Zinsen fließen auf dein Anlagekonto, zum Ende der Laufzeit kannst du wieder über das Kapital verfügen und entscheiden, wie es weiter geht.
Das Prinzip ist tatsächlich so einfach wie es sich anhört. Die Kontoeröffnung bei Weltsparen erfolgt tatsächlich auch innerhalb von Minuten mit Video-Ident.

Deine Vorteile sind: Kostenfreie Kontoführung bei Savedo / Weltsparen, einfache Handhabung, hohe Zinsen bei europäischen Banken. Auch die europäische Einlagensicherung ist dir sicher: Alle Banken, die bei den Zinsportalen aufgenommen sind, verfügen über eine Vollbank-Lizenz und sichern damit dein Geld bis zu 100.000 Euro über die europäische Einlagensicherung ab. Zusätzlich sind die meisten nationalen Sicherungsmechanismen angeschlossen.

Soweit die Vorteile der Zinsportale. Gibt es auch Nachteile?

Wie so oft: Ja! Zwar bekommt man bei beiden Portalen ordentliche Zinsen (knapp 2 Prozent pro Jahr sind drin fürs Festgeld), aber man sollte sich die Konditionen schon genauer anschauen und sich dann fragen, ob es sich lohnt, sich hier anzumelden.

Gute Frage:

 

So z.B. bei Weltsparen.de: Ein krasser Nachteil ist, dass es hier derzeit nur EIN (schlecht verzinstes) Tagesgeldkonto im Angebot gibt – bei einer polnischen Bank. 0,30 Prozent p.a.. Wirklich kein guter Zins, selbst die Volkswagenbank bietet zur Zeit 0,3% p.a. mit deutscher Einlagensicherung und monatlicher Zinszahlung. Ansonsten sind nur Festgelder und wenige Flexgelder im Angebot.

Die Festgelder sind tatsächlich ordentlich verzinst, aber eben auch nicht flexibel: Nur zum Ende der Laufzeit kannst du hier über das Kapital verfügen. Schlecht, wenn etwas dazwischen kommt. Negativ ist außerdem die hohe Mindestsumme, die gefordert wird: Bis auf eine Ausnahme liegt sie bei Weltsparen bei satten 5.000 Euro, teilweise sogar 10.000 Euro. Kleinere Beträge werden erst gar nicht angenommen.

Bürokratie! Prüfe genau die Besteuerung der Zinserträge!

Ein weiterer Nachteil kann sich aus der Besteuerung ergeben, wenn du nicht aufpasst. Denn: Der Zins, den du auf dein über Weltsparen oder Savedo angelegtes Geld kassierst, muss im Quellenstaat – also dort, wo die Bank sitzt – versteuert werden. Zusätzlich fällt in Deutschland pauschal 25% Abgeltungssteuer auf den Zinsertrag an, wenn dein Freibetrag ausgeschöpft ist. Doppelte Besteuerung also. Um die zu umgehen, kann man zwar einen Antrag stellen und eine Ansässigkeitsbestätigung bei der Bank hinterlegen.

Auch wenn Weltsparen und Savedo dabei behilflich sind: Das ist lästiger bürokratischer Aufwand, zumal noch Fristen beachtet werden müssen. Man fragt sich also besser, ob dieser Aufwand bei jeder Anlage sich lohnt. Und gerne mal vorab die ausführlichen Infos zu diesem Thema auch beim Bundeszentralamt für Steuern durchblättern.

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Denn: Es geht auch einfacher. Dauerhaft attraktive Zinsen aufs Tagesgeld bieten z.B. die Renault Bank oder MoneYou: 0,80% bzw. 0,55% Zins p.a. sind da zur Zeit drin. Die Konten können einfach online eröffnet werden. Das Geld ist jederzeit voll verfügbar.

Nur, wenn du wirklich über einen längeren Zeitraum nicht an dein Geld kommen musst, bieten sich zur Zeit die Angebote von Weltsparen und Savedo an. Denn: Im Festgeldbereich sind die beiden tatsächlich zur Zeit Spitze. Sonst aber: Lieber wo anders hin!

Oder aber zumindest den Neukundenbonus in Höhe von bis zu satten 75 Euro abgreifen, den es bis Ende November 2016 bei Weltsparen für Neukunden zu holen gibt, und dann wieder wechseln. Savedo setzt sogar einen oben drauf und bietet bis zu 100 Euro Neukundenbonus in einer Aktion an.

Und wie es nicht nur einfacher, sondern langfristig auch profitabler geht – darum geht es in den nächsten Folgen dieser Serie.

Tagesgeld im Vergleich


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