Geld verdienen mit Autowerbung?

Geld verdienen mit Autowerbung?

Ein Auto (fast) umsonst! Das verspricht der gemeinnützliche Verein VeSuF aus der Schweiz. Das ganze finanziert sich – so das Versprechen – mit aufgeklebter Autowerbung bei Neuwagenzulassung. Neu ist die Idee an sich nicht, Carcash bietet es schon länger an. Doch VeSuF arbeitet gemeinnützig. Geld verdienen mit Autowerbung kann man also nicht direkt. Aber das Auto ist angeblich umsonst.

Ein neues Auto umsonst bekommen, zumindest fast umsonst, das ist das Versprechen. 10% nur müsse man selber zahlen, der Rest finanziere sich aus Werbung, die auf das Auto aufgeklebt wird. Der Verein VeSuF versucht eine bereits gängige Praxis einem großen Publikum verfügbar zu machen. Das Angebot soll gültig sein für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Das Geschäftsmodell sieht wie folgt aus. Zuerst einmal wird man Mitglied im Verein. Sobald man einen Neuwagen gefunden hat, füllt man einen Vertrag aus und reicht diesen bei VeSuF ein. Der Auto Kaufvertrag wird dann an VeSuF gesendet und VeSuF kümmert sich darum, dass die Werbefläche mit regionalen, nationalen oder internationalen Werbepartnern. Der Kunde zahlt – im Idealfall – nur 10% des Autopreises. Gültig ist das Angebot nur für Neuwagen und man verpflichtet sich für fünf Jahre Werbung auf dem Auto zu fahren.

Der Vereinsbeitrag ist notwendig, erzählt uns Tobias Döbelin, der Präsident von VeSuF, weil es sich dann rechtlich nicht um eine Schenkung an den Kunden handelt. „Das müsste der Kunde dann versteuern,“ und so ist die gemeinnützliche Struktur durchaus sinnvoll. Kaufen kann man sein Auto, wo man will, auch das Modell kann man frei wählen. Den Kauf wickelt VeSuF dann ab und sucht passende Werbekunden.

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Ein Hingucker ist das allemal. Besser als andere Angebote dieser Art möchte man sein, indem man Kunden erlaubt nahezu jede Art von Auto, Motorrad, Lieferwagen usw. zu erhalten, das der Kunde will und braucht. „Ausgeschlossen sind also keine Automarken. Aber man sollte schon ein vernünftiges Auto wählen. Wir denken einfach je mehr ein Auto kostet, desto schwieriger wird es einen Werber zu finden,“ erzählt uns Tobias. Es soll aber mehr drin sein, als ein Durchschnittswagen. „Auch ein Auto bis 150.000.- wie der Tesla ist realistisch, finde ich.“

So weit das Versprechen. Denn der Haken könnte natürlich sein, dass es zum Idealfall auch nicht kommt und man kein Auto umsonst bekommt, da sich keine Werbekunden finden. Geld verdienen mit Autowerbung ist dann nicht mehr möglich, beziehungsweise man könnte seinen Neuwagen nicht umsonst bekommen. Bleibt man als Kunde dann auf den Kosten sitzen?

Was ist, wenn man sein Wunschauto gekauft hat, aber VeSuF keine Werbepartner finden kann? „Für den Kunden gibt es keine Risiken,“ behauptet Tobias. „Denn sollten wir innerhalb 6 Monaten das Auto nicht kaufen können, werden wir mit dem Kunden Kontakt aufnehmen, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Vielleicht fehlen nur 1-2 Werbeflächen. Vielleicht dauert es dann noch einen Monat länger. Jedenfalls kann der Kunde sich auch dazu entscheiden ganz zurückzutreten. Dann bekommt er selbstverständlich sein einbezahltes Geld zurück!“ Der Kunde kann also nicht Geld verdienen mit Autowerbung, sondern erhält im besten Fall einen Neuwagen umsonst.

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Ganz neu ist das Marktfeld nicht, das VeSuF erobern will – hier tummeln sich schon länger weitere Anbieter, die Geld für Autowerbung bezahlen wollen. Durch Marketing-Maßnahmen in Deutschland bekannt ist z.B. ActiveCar, das zur Berliner CURA Verlags- & Internetwerbung GmbH gehört. Hier kann Geld mit Autowerbung verdienen — bis zu 350 Euro pro Monat werden versprochen, wenn man sein Auto im Volldesign mit Werbung bekleben lässt. Zusätzliches Einkommen soll durch Kurierfahrten und ähnliches möglich sein. Ein Angebot, das sich auf den ersten Blick sehr gut anhört für alle, die ein Zusatzeinkommen suchen. Einen Haken hat dieses Konzept aber auch: ActiveCar ist ein Abo-Modell, das gegen jährliche Bezahlung nur den Eintrag des werbewilligen Autofahrers in eine Datenbank anbietet. Eine Garantie dafür, dass sich dann auch ein Werbepartner findet, gibt es nicht. Zwar sichert ActiveCar zu, Werbung für die Datenbank zu machen – konkrete Marketingmaßnahmen sind aber schwer zu überprüfen. Bei ActiveCar kann man zwar Geld verdienen mit Autowerbung, aber einige sehen dabei eine Abofalle, denn: Die Listung in der Datenbank verlängert sich automatisch um eine weitere gebührenpflichtige Laufzeit, wenn nicht rechtzeitig gekündigt wird. Geld verdienen mit Autowerbung ist ein schönes Versprechen, aber ganz so leicht ist es dann doch nicht.

Eine weitere Datenbank in Deutschland, die seit Jahren besonders beliebt ist, ist CarCash.de. Auch hier kann man ein Zusatzeinkommen durch Autowerbung erhalten, wenn man sein Auto in eine Datenbank einträgt. Das Prinzip sieht vor, dass man Bilder und eine Beschreibung des Autos hochlädt. Werbekunden, die auf der Suche nach Autos für Werbemaßnahmen sind, können dann über eine Postleitzahlen-Suche passende Autos finden und die Eigentümer mit einem Angebot kontaktieren. Für das Inserieren fällt auch bei Carcash eine Gebühr an, die der Autoinhaber bezahlen muss. Die Konditionen sind hier aber transparent — und die Verdienstchancen werden nicht so übertrieben beworben wie bei ActiveCar, das recht reißerisch daherkommt.

Auch wegen der noch offenen Fragen empfiehlt es sich als Vorgehensweise für alle, die VeSuF ausprobieren wollen, zuerst ein gutes Angebot für das Wunschauto herauszusuchen und dann bei dem Verein anzufragen. Tipp: Wer nicht nur beim lokalen Autohändler anfragt, sondern auch im Internet nach einem Auto sucht, kann leicht auf gute Angebote stoßen und Preisaktionen nutzen. Plattformen, die neue Autos mit hohem Rabatt vermitteln, sind z.B. Autohaus24.de und MeinAuto.de. Über einen Konfigurator können dort Autos selbst zusammen gestellt werden. Auch Angebote für Finanzierung und Leasing werden online angezeigt. Vermittlungsgebühren fallen bei beiden Portalen nicht an – es kann aber zu einem saftigen Rabatt gegenüber dem Listenpreis kommen. Das Angebot des Autohändlers legst du dann am besten VeSuF vor – kommt die Zusage nicht sofort, kannst du immer noch entscheiden, das Auto aus eigener Tasche zu finanzieren. Ein Risiko gehst du mit dieser Vorgehensweise nicht ein.

Ist auf dem Markt für Autowerbung aber noch Platz für einen weiteren Anbieter wie VeSuF? Ja, denn das Konzept ist tatsächlich ein anderes als bei Carcash oder ActiveCar – hier finanziert der Verein von Anfang an das Auto, auf dem Werbung angebracht wird. Das vielversprechende Konzept muss aber erst erprobt werden: Noch fehlen Erfahrungsberichte, die bestätigen, dass bei VeSuF alles glatt läuft. Kritisch dürfte vor allem auch die längere Wartezeit sein, die bei VeSuF anfallen kann: Wer einen Neuwagen über den Verein erhalten möchte, muss bis zu sechs Monate auf eine Zusage warten! Da muss der Neuwagenkauf einige Zeit im Voraus angedacht werden. Fraglich ist auch noch, was passiert, wenn der Werbekunde die Werbemaßnahme vorzeitig kündigt oder das Auto bei einem Diebstahl abhanden kommt. Wer also nicht direkt Geld verdienen will mit Autowerbung, sondern einen Neuwagen umsonst möchte, ist hier genau richtig.

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