Rezension: Die Strudlhofstiege

Ein Buch, bei dem man nicht wirklich weiß, was darin passiert, wer die handelnden Personen sind, ob es irgendeinen übergeordneten Handlungszusammenhang gibt, das darüber hinaus noch 900 eng bedruckte Seiten lang ist – und trotzdem oder gerade deswegen süchtig macht. Das ist Heimito von Doderers wienerisch dahingeplaudertes „Die Strudelhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre“. Mit abgründigem Humor und virtuoser Sprachgewalt erzählt das Romanepos von Liebeleien und Intrigen, von Verwicklungen und Verwechslungen und, immer wieder, vom Ende der Jungfernschaft.
Rezension: Digitale Paranoia von Jan Kalbitzer

Das Internet macht uns alle dümmer, fett und asozial – irgendwo im Hinterkopf erinnert man sich noch an die Weissagungen der ewigen Schwarzseher, die das Internet seit seiner Massentauglichkeit begleiteten. Nein zu solchen Pauschalisierungen, sagt der Psychiater Jan Kalbitzer in seinem kompakten, pragmatischen Ratgeber Digitale Paranoia. Darin verordnet er als Heilmittel einen auf Vernunft basierenden Umgang mit der digitalen Welt. Online bleiben, ohne den Verstand zu verlieren so der Untertitel. Ob das möglich ist? Hier unsere Rezension.

Rezension: Alles Licht, das wir nicht sehen von Anthony Doerr

Der Roman bekam den Pulitzer Preis, wurde in unzähligen Kritiken gefeiert. Schon jetzt wird er als Klassiker gehandelt. Weil er sich gut lesen lässt, weil er ab der ersten Seite zum Pageturner avanciert, ohne sich besonders anstrengen zu müssen. Dieses Buch lässt sich schwer aus der Hand legen. Und doch, am Ende passt etwas nicht, etwas fehlt. Alles das, was wir nicht sehen. Begeben wir uns auf Spurensuche.

Vom langweiligen Leben des Astronauten und Kontrollfreaks Chris Hadfield

Wenn ein Arbeitnehmer es sich erlauben kann, eine Autobiographie vor dem 80. Lebensjahr zu verfassen, dann ist er Astronaut. Der Titel verspricht einiges: Anleitung zur Schwerelosigkeit — Was wir im All fürs Leben lernen können. Chris Hadfield will in seinem Buch aus seinem Allaufenthalt Bilanz ziehen, um uns daraus einige Tipps fürs Leben mitzugeben. Was wir geboten bekommen, ist viel Pathos, wenig Tiefgang, und ein bisschen zuviel Sympathie.