Feindliche Übernahme: Facebook kauft die Krim!

Feindliche Übernahme: Facebook kauft die Krim!

In einer nicht enden wollenden Reihe strategischer Aufkäufe übernimmt Facebook nun überraschend die ukrainische Halbinsel Krim. Die Führungsriege der internationalen Großmacht überzeugte die Lokalregierung der Krim zu einem Kaufpreis von umgerechnet etwa 3,5 Milliarden Euro. Zusätzlich darf nach Vertragsabschluss das Oligarchat der Krim mit einem Anteil von drei Prozent als einer der größten Facebook-Eigner gelten.

Die Krim hatte in letzter Zeit wiederholt internationales Aufsehen, und damit wohl auch die Aufmerksamkeit von Facebook-CEO Mark Zuckerberg erregt. Die örtliche Bevölkerung war im vergangenen Jahr einer Reihe von Umbrüchen ausgesetzt, als nach einer innerpolitischen Krise und Revolution eine Besetzung durch den ohnmächtigen Nachbar Russland erfolgte.

Nachdem gerade erst in eindeutig freier Wahl der Beitritt der Krim zur Russischen Föderation beschlossen wurde, zeigten viele ihrer Bewohner Unverständnis für die weitere Komplikation der Machtverhältnisse durch Facebook. Während wie zu erwarten viele Ostukrainer ihrer Empörung auf Facebook Luft machten, erfuhr die vormals unbedeutende Stadt Togutschin in der Nähe Nowosibirsks einen phänomenalen Bevölkerungszuwachs als ethnische Russen in Scharen die Krim verließen. Nikolai Durov, Bürgermeister der kleinen westsibirischen Stadt und Bruder des russischen Social-Network-Millionärs Pavel Durov, brachte in einem Interview seine Freude über den überraschenden Metropolenstatus Togutschins zum Ausdruck, leide die örtliche Infrastruktur unter dem Ansturm auch unter einigen Schwierigkeiten.

Nach Bekanntwerden der Übernahmepläne ordnete der russische Präsident Wladimir Putin hingegen noch gestern den Rückzug der russischen Streitmacht aus dem Konfliktgebiet an. In einer Ansprache im russischen Nationalfernsehen bat er die russische und ukrainische Bevölkerung um Vergebung dafür, den Argwohn Mark Zuckerbergs auf die Region gelenkt zu haben.

Putin vermutete eine strategische Intervention der Westmächte hinter dem Facebook-Deal und bezeichnete die Reaktion des Westens als »unangemessen«. Während die strategische Position der ukrainischen Halbinsel ein Abwägen internationaler Interessen nötig mache, sei der Einsatz dieser »schlimmsten Waffe« des Westens eine unerwartete Eskalation und aufs schärfste zu verdammen. Der Kreml kündigte an, die Möglichkeit rechtlicher Schritte gegen den Vertragsschluss zu prüfen.

Unterdessen hoffen die eher national orientierten Regierungsmitglieder der Swoboda-Partei in Kiew auf weitere Anerkennung im Westen durch einen Anstieg ihrer Facebook-Likes. Eine Win-Win-Situation für alle westlichen Mächte.


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