Egal nach welcher Moral du lebst: <br><font color="#21759">Auf diese beiden Dinge verzichten nicht mal Veganer</font>

Egal nach welcher Moral du lebst:
Auf diese beiden Dinge verzichten nicht mal Veganer

Erst kürzlich hatte ich einen veganen Freund in meiner Frankfurter Wohnung zu Besuch. Zwei Tage lang aßen wir nach seinem Speiseplan. Seitdem kann ich nicht wieder zurück. Denn überraschenderweise muss ich als Veganer auf die wichtigsten Dinge des Lebens gar nicht verzichten.

Ich bin eine Person, die sich seit Jahren über den Geltungsdrang der Veganer lustig macht. Die Veganismus stets als eine reine Subkultur der Berliner Szene wahrnahm und Fleisch als ein wichtiges Element des gesellschaftlichen Zusammenlebens begreift.

Veganismus ging für mich mit Club-Mate-ismus einher, mit Fair-Trade-Hipstern, die ihr Auslandssemester nicht in New York, sondern plötzlich lieber in Afrika verbringen wollen. Niemals hätte ich mir diese dogmatische Lebensform auch für mich vorstellen können.

Jetzt gehöre ich dazu

In diesem Augenblick befinden sich in meinem Kühlschrank: Sojamilch, rein pflanzliche Margarine und Humus Aufstrich. Das Highlight des Tages wird für mich der Einkauf im Biomarkt sein, auch wenn mein Konto schon jetzt um Hilfe schreit.

Seitdem mein veganer Freund aus dem Norden Deutschlands kam, um zwei Tage lang mit mir über krankhafte Harmoniesucht und medial indoktrinierten Putinhass abzulästern, lebe ich unter strenger Vegan-Diät.

Dazu wurde ich nicht etwa von ihm gezwungen, wie du es dir klischeebeladen und belustigt gerne vorstellen willst. Nein, ich erfreue mich selbst an ein bisschen Abwechslung in meinem Leben. Eines das letztlich nur noch aus verschriebenen Tagen bestand, an denen ich stundenlang vor meinem Laptop saß und von Bestsellern träumte, die wohl nie welche werden würden.IMG_20140528_121519Im Kopf jagte mich vor dem Besuch noch die Idee, dass ich die nächsten Tage von Fallobst leben müsste. Doch der im lokalen Biomarkt arbeitende Veganer verwies mich auf verschiedene Regale, in denen ich Haferflocken, Dinkel, Sojamilch und einen Mango-Chilli Brotaufstrich für das Frühstück finden konnte.

Regelrecht begeistert zeigte sich der Verkäufer darüber, dass ich mich für ihn und seine Randgruppe erwärmen konnte.

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Zum Mittagsessen bereitete mein Besuch veganes Curry zu — Reis mit verschiedenem Gemüse und Kokosmilch. Ich brach mit meinen Vorurteilen, denn bis auf Putenfleisch hätte ich als „Mischesser“ nichts mehr zu dem Gericht hinzugefügt.IMG_20140531_204450

So flanierten mein veganer Besucher und ich über die Promenade von Bockenheim — offenbar der vegane Hip-Stadtteil in Frankfurt. Ein veganer Supermarkt bot uns leckeres Reismilcheis mit Himbeeren und Erdnussbutter an. Der Verkäufer ließ routiniert seine Kritik an der Massentierhaltung höchst unsubtil in ein lockeres Gespräch einfließen.

Später, zu unseren politischen Gesprächen tranken wir Apfelwein. Ich rauchte Zigaretten. Eine nach der anderen. Ohne schlechtes Gewissen.

Ach, was war die vegane Lebensart doch für ein Genuss, der mir jahrelang versagt geblieben war! Selbst die moralischste aller Lebensweisen hatte mir das Trinken und Rauchen nicht genommen. Nur das brauche ich doch wirklich zum Überleben.


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